Cloud-Synchronisation

Hardware, Plattformen und Daten trennen

Ein MacBook und dazu ein iPhone. Man schafft sich zusätzlich ein neues iPad an, richtet die iCloud-Verbindung ein und kann direkt loslegen. Alle Daten liegen vor und eine lästige Einrichtung entfällt zum größten Teil. Ein ähnliches Vorgehen ist natürlich auch bei der Nutzung von Google’s Ökosystem möglich. Im Google-Konto werden die Telefonkontakte, die E-Mails usw. abgelegt. Auf dem lokalen Computer liegen keine Daten. Alles befindet sich in der Cloud von Google, sodass man vollkommen unabhängig von der genutzten Hardware ist. Ein neues Smartphone? Kein Problem. Google-Konto einrichten und alles ist vorhanden.

Das beschriebene Vorgehen ist sehr komfortabel und für viele Personen auch die beste und einfachste Lösung, um einen Cloud-Dienst zu nutzen. Setzt Du diese Dienste ein, machst Du Dich jedoch sehr abhängig von Google & Co. Wie Du Dich davor schützen und auch in Zukunft maximal flexibel bleiben kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Hardware trennen

Das Smartphone wurde gestohlen oder das MacBook muss zwecks Reparatur zu Apple geschickt werden? Solche Ereignisse sind zwar unschön, sollten jedoch nicht Deine tägliche Arbeit blockieren. Bitte sorge dafür, dass Deine Daten und die Software-Anwendungen, die Du täglich nutzt, nicht auf nur einem Gerät vorhanden sind. Für solche Zwecke kannst Du eine eigene Cloud-Lösung (z.B. Nextcloud) oder eine der bestehenden, öffentlichen Cloud-Angebote (von Google, Apple etc.) verwenden. Du wirst dadurch unabhängig von der von Dir eingesetzten Hardware.

Plattformen trennen

Bist Du technisch versiert, solltest Du auf offene Standards, statt auf die Standard-Lösungen der großen Player (Google, Apple, …) setzen. Was bedeutet das? Das iPhone bietet z.B. eine sehr gute Integration von Apple’s iCloud an. Du loggst Dich auf Deinem iPhone in Dein iCloud-Konto ein und schon werden Deine Daten synchronisiert. Wechselst Du jedoch zu einem Android-Smartphone, musst Du Deine Daten aus der iCloud aufwändig – und vielleicht sogar manuell – auf Dein Android-Gerät übertragen. Um dieses Problem zu vermeiden, solltest Du bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters darauf achten, dass neben den proprietären Schnittstellen auch offene Standards unterstützt werden.

Eine Cloud-Lösung, die für die Integration der Kontakte, des Kalenders und der in der Cloud abgelegten Dateien die CardDAV-, CalDAV– und WebDAV-Protokolle unterstützt, kannst Du auf beinahe jedem System einrichten. Auch unter iOS können entsprechende Dienste mithilfe dieser Protokolle einrichtet werden. Apple und Google bieten für ihre iCloud-Lösungen den Zugriff via CalDAV und CardDAV an. Wenn Du jedoch auf offene Standards setzt, solltest du prüfen, statt Google’s oder Apple’s Cloud vielleicht eine eigene Cloud-Lösung (z.B. Nextcloud) einzusetzen. Diese unterstützt ebenfalls die genannten DAV-Protokolle. Du kannst Dich dadurch unabhängig von den großen Plattformen machen und durch die Nutzung der offenen Standards auch in der Zukunft maximal flexibel bleiben.

Daten trennen

Hast Du Dich von Deiner eingesetzten Hardware und dem von Dir eingesetzten Cloud-Anbieter unabhängig gemacht, kannst Du Deine eingesetzten Geräte beliebig ersetzen. Die Einrichtung neuer Geräte ist aufgrund der genutzten, offenen Standards erfahrungsgemäß ein wenig aufwändiger, bietet Dir jedoch bei der Auswahl Deiner Hardware mehr Freiheiten.

Vielleicht hast Du Dich auch gegen die Nutzung einer öffentlichen Cloud-Lösung von Google oder Apple entschieden und Dir Deine eigene (Next)Cloud aufgesetzt. Nachdem Du Dich darum gekümmert hast, dass Deine Geräte (Hardware) austauschbar sind, solltest Du bei der Auswahl einer Cloud-Lösung darauf achten, dass auch diese austauschbar ist.

Möchtest Du zukünftig nicht mehr Google’s Cloud einsetzen, bist Du darauf angewiesen, dass Du Deine Daten exportieren kannst, um sie im neuen Cloud-Speicher importieren zu können. Achte somit bitte bei der Auswahl einer Cloud-Lösung darauf, wie „offen“ sie ist. Kurz gesagt: Dein Cloud-Anbieter und Deine Daten sollten nicht miteinander verschmelzen. Du solltest jederzeit die Möglichkeit haben, Deine Daten in einem strukturierten und gängigen Datenformat exportieren zu können. Die Angabe des Cloud-Anbieters „Sie können Ihre Daten exportieren“ reicht nicht aus. Informiere Dich am besten vorher, welche Export-Formate unterstützt werden, damit Du Deine Daten auch in Deiner neuen Cloud-Lösung importieren kannst. Dir ist sicherlich nicht dabei geholfen, wenn Dir Dein bisheriger Cloud-Anbieter beim Export Deiner Telefonkontakte eine PDF-Datei generiert. Für einen reibungslosen Import wäre ein Export Deiner Telefonkontakte im vcf-Format hilfreich.

Fazit

In den vorherigen Abschnitten haben wir besprochen, auf welchen drei Ebenen eine Abhängigkeit zu einer Plattform oder einer Technologie entstehen kann und wie Du Dich davor schützen kannst. Durch die Nutzung offener Standards hältst Du Deine Systeme (Hard- sowie Software) austauschbar. Achtest Du zusätzlich darauf, dass Du jederzeit Zugriff auf Deine Daten hast, bist Du gut für zukünftige Anpassungen der von Dir eingesetzten Systeme vorbereitet und kannst entsprechend flexibel darauf reagieren.

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