Screenshot Freifunk Nordwest

Freifunk: Internetversorgung für die mobile Arbeit

Im Artikel Wo findet man öffentliches und stabiles WLAN? werden einige Wege aufgezeigt, um unterwegs an eine Internetverbindung zu gelangen. U.a. wird auf die Nutzung des Freifunk-Netzes eingegangen. Inwiefern dies für die mobile Arbeit relevant ist und wie auch Du durch Freifunk andere Mobile Worker unterstützen kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist Freifunk?

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative, die ein freies Funknetz aufbaut und betreibt. Es wird von ehrenamtlichen Helfern betrieben, die die Software (Firmware) entwickeln, die Server verwalten und Events veranstalten. Freifunk ist dezentral in lokale Communities organisiert. Neben einem Backbone besteht ein Freifunk-Netz aus vielen Freifunk-Routern, die im Gebiet der jeweiligen Freifunk-Community verteilt sind. Das Ziel ist es, ein flächendeckendes Netz aus Freifunk-Routern zu schaffen, um der Allgemeinheit einen freien Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Weitere Infos zur Funktionsweise gibt es im Artikel „Warum geht’s?“ auf freifunk.net.

Freifunk vs. Café-Wifi

Bist Du unterwegs und möchtest mobil arbeiten, bist Du vermutlich auf eine Internetverbindung angewiesen. Du kannst nun Deine Mobilfunkverbindung (via Hotspot / Tethering) verwenden, einen Hotspot Deines Mobilfunkanbieters verwenden oder im Café einen Kaffee bestellen und nach dem Wifi-Passwort fragen. Alle Alternativen haben ihre Vor- und Nachteile. Um das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages zu schonen, bleibt meistens nur die Alternative des Café-WLANs. Leider sind solche Zugänge oft in der Nutzungszeit (i.d.R. 30 Minuten) oder der Geschwindigkeit begrenzt.

Falls Du Dich im Gebiet einer Freifunk-Community befindest und sich in Deiner Nähe ein Freifunk-Router befindet, kannst Du diesen ideal für Deine mobile Arbeit verwenden. Du benötigst kein Passwort für den Zugang zu dem WLAN, bist zeitlich nicht eingeschränkt und die Bandbreite ist im Idealfall auch nicht auf ein Minimum reduziert. Du kannst Dich einfach einloggen und mit der Arbeit beginnen.

Auf freifunk-karte.de werden alle Freifunk-Router zusammengetragen und auf einer Karte dargestellt. Falls Du weiß, im Gebiet welcher Freifunk-Community Du Dich bewegst, kannst Du auch direkt die Karte der jeweiligen Community verwenden. Hier z.B. die Karte vom Freifunk Nordwest, die ich i.d.R. verwende.

Mitmachen

Die Nutzung des Freifunk-Netzes für Dein mobiles Büro ist die eine Seite der Medaille. Es funktioniert sehr gut und zuverlässig. Du solltest jedoch beachten, dass es nur funktioniert, weil es viele Unterstützer gibt, die zuhause oder in ihrem Geschäft in der Einkaufsstraße kostenlos und ehrenamtlich einen Freifunk-Router aufstellen. Sie stellen damit einen Teil Ihrer Internetverbindung der Allgemeinheit zur Verfügung. Bitte denke auch Du darüber nach, der Community etwas zurückzugeben.

Hast Du ein wenig technisches Hintergrundwissen, kannst Du mithilfe der Anleitungen der Freifunk-Communities zuhause einfach einen kleinen Freifunk-Router aufstellen und an das Freifunk-Netz anbinden. Andere Personen (u.a. „Mobile Worker“-Kollegen) können somit bei Bedarf Deinen Freifunk-Router für den spontanen Zugang zum Internet nutzen. Aber keine Angst: Du kannst bei der Einrichtung Deines Freifunk-Routers einstellen, wie viel Bandbreite Deines Internetzugangs Du der Freifunk-Community maximal „spenden“ möchtest. Es wird also nicht passieren, dass Deine Netflix-Serie stockt, weil jemand gerade über den von Dir betriebenen Freifunk-Router im Internet surft. Auch das Thema Sicherheit ist abgeklärt: Der Freifunk-Router baut über das Internet eine VPN-Verbindung zu den Freifunk-Servern auf. Die Nutzer Deines Freifunk-Routers haben somit keinen Zugriff auf Dein Heimnetz und arbeiten vollkommen isoliert im Freifunk-Netzwerk.

Auch für zuhause

Auch ich habe einen Freifunk-Router aufgestellt, über den andere Personen einen Teil meines Internetzugangs nutzen können (mein Freifunk-Router). Leider befinden sich in der direkten Umgebung noch keine weiteren Freifunk-Router. Ansonsten würden sich die Router in der Umgebung untereinander verbinden. Damit kommen wir zu einem weiteren Vorteil:

Im Normalfall nutzen Freifunk-Router die angeschlossene Internetverbindung, um den Benutzern eine Internetverbindung anzubieten. Befinden sich in der Reichweite des Routers jedoch noch weitere Freifunk-Router, verbinden diese sich untereinander. Sie bilden ein sog. Mesh-Netzwerk. Dies hat den Vorteil, dass dies die Ausfallsicherheit erhöht. Fällt die Internetverbindung eines Routers aus, nutzt der Router einfach die Internetverbindung eines Freifunk-Routers von „nebenan“. Betreibst Du also zuhause einen Freifunk-Router und wirbst in der Nachbarschaft dafür, weitere Freifunk-Router aufzustellen, kannst Du damit auch die Ausfallsicherheit Deines eigenen Internetanschlusses verbessern. Fällt Dein Internet aus, kannst Du Dich einfach in Dein Freifunk-WLAN einloggen. Da Dein Freifunk-Router keine Internetverbindung hat, verwendet dieser automatisch die Internetverbindung des Freifunk-Routers Deines Nachbarn. Dies ist eine ganz neue Art der gegenseitigen Nachbarschaftshilfe 😉

Fazit

Dank Freifunk kannst Du in Deinem mobilen Büro auf eine stabile und leistungsfähige Internetverbindung setzen. Die Freifunk-Communities und auch die Technik sind auf Dezentralität ausgelegt und auf die Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer angewiesen. Durch’s Aufstellen eines eigenen Freifunk-Routers kannst Du anderen Mobile Workern und allen anderen Personen einen Teil Deiner Internetverbindung zur Verfügung stellen. Dadurch trägst Du zu einer flächendeckenden Internetverbindung bei, die unabhängig vom Mobilfunknetz funktioniert. Schau‘ Dir Freifunk bitte einmal genauer an und prüfe, ob Du vielleicht mitmachen und der Community einen Teil zurückgeben möchtest.

Nützliche Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.