Mac im Home Office

Home Office: Seinen Chef überzeugen

Der erste Schritt zum mobilen Arbeiten könnte der Wechsel vom Firmen-Büro in das Home Office sein. Man spart sich den Fahrweg, den Stau und das morgentliche Eiskratzen im Winter. Dem Großraumbüro entkommen, arbeitet man ab sofort zuhause und ist dadurch viel produktiver – u.a. aufgrund der fehlenden Ableckungen.

So viele Vorteile das Home Office auch bringen mag, sehen es noch so manche Chefs kritisch: Der Mitarbeiter lässt sich durch Haushalt, Kinderbetreuung und privatem Surfen im Internet ablenken und ist weniger produktiv als im mit den Kollegen geteilten Büro in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Ebenso hat der Chef Sorgen, dass anschließend alle Mitarbeiter im Home Office arbeiten möchten, sobald es einem Mitarbeiter genehmigt wird.

Wie überzeugst du nun deinen Chef von der Arbeit im Home Office? Es geht nicht darum, seinen Chef zu überreden. Es geht darum, mit ihm die Vorteile und Argument für die Arbeit im Home Office zu besprechen. Setze dem Chef nicht ein Ultimatum a là „Entweder ich darf im Home Office arbeiten oder ich werde kündigen“. Das Home Office bietet einige Vorteile und die Bedenken des Chefs sind ebenfalls berechtigt.

Wie konkret vorgehen?

Für den Wechsel in das Home Office gilt: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Kleine Schritte zu gehen bietet sich in diesem Fall an. Vereinbare mit deinem Chef einen Termin oder nutze das regelmäßige Mitarbeitergespräch, um das Thema „Home Office“ anzusprechen. Dein Chef wird kaum genehmigen, dass du ab dem nächsten Monat für 5 Tage pro Woche im Home Office arbeiten wirst. Erkläre ihm, dass du es gerne einmal ausprobieren möchtest und schlage vor, dass du für einen Monat jeweils freitags im Home Office arbeitest. Da Freitage i.d.R. kürzere Arbeitstage sind, bietet dieser Tag den gerigsten Widerstand. Nutze die Tage, um zu beweisen, dass du auch im Home Office produktiv bzw. noch produktiver bist.

Nach und nach kannst du dann weitere Tage für die Home Office-Arbeit „dazubuchen“, sobald sich der bisherige Stand etabliert hat. Um dem Chef entgegen zu kommen und nicht 100% remote zu arbeiten, könntest du schließlich anbieten, einmal im Monat für einen Tag im Monat in‘s Büro zu kommen. In dieser Zeit können dann Besprechungen stattfinden, die eine physische Anwesenheit erfordern.

Wichtig: Während der Termine mit deinem Chef wird dieser Bedenken äußern, auf die du dich vorbereiten solltest.

Bedenken des Chefs neutralisieren:

„Mitarbeiter sind im Home Office unproduktiver, da sie sich vom Haushalt, den Kindern und dem privaten Surfen im Internet ablenken lassen“

Es ist möglich, dass du im Home Office unproduktiver bist. Du kannst in diesem Fall ehrlich sein und dem Chef erzählen, dass du eine höhere Produktivität vermutest, es aber noch nicht ausprobiert hast. Vermittle deinem Chef, dass du es gerne einmal gemeinsam mit ihm ausprobieren und ganz unverbindlich mit einem Home-Office-Tag in der Woche starten möchtest. Am besten untermauerst du deine Aussagen mit Argumenten aus deinem Arbeitsalltag: Übst du z.B. einen kreativen Beruf aus und kannst bei absoluter Ruhe am besten arbeiten, ist dies ein Argument für die Arbeit im Home Office.

„Die Mitarbeiter arbeiten nicht im Firmen-Netzwerk, sondern im potentiell unsicheren, heimischen Netzwerk.“

Der Chef hat Angst, dass betriebliche Daten dadurch einfacher ausgespäht werden und in falsche Hände gelangen könnten. Als Lösung bietet sich eine sog. VPN-Verbindung an. Diese ist schnell eingerichtet und bietet jedem Mitarbeiter die Möglichkeit, sich von überall auf der Welt in das betriebliche Netzwerk einzuwählen – Also auch aus dem Home Office. Erkläre deinem Chef, dass eine VPN-Verbindung auch ermöglicht, auch im Notfall zu später Stunde auf das Firmen-Netzwerk zuzugreifen, um z.B. Wartungsarbeiten am Server vorzunehmen oder noch eine wichtige und drigende Datei an einen Kunden weiterzuleiten.

„Wenn ich einem Mitarbeiter die Arbeit im Home Office erlaube, wollen es auch alle anderen Mitarbeiter.“

Es ist möglich, dass eine Art Neid entsteht, wenn du im Home Office arbeitest, während die Kollegen im Firmen-Büro sitzen. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass gar nicht alle Mitarbeiter an der Arbeit im Home Office interessiert sind, sondern z.B. aufgrund des Kontaktes mit den Kollegen gerne in‘s Büro fahren. Tipp: Um Neid zu vermeiden, solltest du den Kollegen natürlich nicht auf die Nase binden, dass du bei dem schönen Wetter das Home Office auf den Balkon verlagert hast.

„Wir haben wichtige Besprechungen mit Kunden. Dazu muss der Mitarbeiter vorort sein.“

Hand auf‘s Herz: Wie oft sind stattfindende Besprechungen wirklich wichtig? Im Nachhinein hätte man evtl. doch alles telefonisch oder via Videokonferenz abklären können. Erkläre deinem Chef, dass du gerne Kundentermine wahrnimmst, die Arbeit im Home Office jedoch ein guter Filter ist, um an nur wirklich wichtigen Besprechungen teilzunehmen. Viel lässt sich auch telefonisch oder via Videokonferenz erledigen.

Argumente für die Arbeit im Home Office

Nachdem du dich darauf vorbereitet hast, wie du die Bedenken deines Chefs neutralisieren oder sogar umkehren kannst, gibt es nun noch ein paar Vorteile der Arbeit im Home Office.

  • Home Office spart Zeit: Kein Pendeln. Keine überfüllte U-Bahn. Man spart Zeit und kann frisch in den Arbeitstag starten. Da auch die Zeit für die Rückfahrt entfällt, bleibt auch noch ausreichend Zeit für die Familie. Stichwort „Work-Life-Balance“.
  • Home Office spart Kosten für den Arbeitgeber: Man benötigt keinen Arbeitsplatz im Firmen-Büro und verbraucht keinen Strom. Es gibt dadurch sogar eine Diversifikation: Fällt das Internet oder der Strom in der Firma aus, kannst du im Home Office i.d.R. sogar noch weiterarbeiten.
  • Home Office macht kreativ: Je nach Persönlichkeit macht dich die Arbeit im Home Office wahrscheinlich produktiver, da du entspannt in den Arbeitstag startest und weniger Ablenkungen hast, die z.B. in einem Großraumbüro entstehen können.
  • Home Office ist gut für‘s Employer Branding: Hat sich das Home Office im Unternehmen etabliert, lässt sich dieser Benefit auch sehr gut am Stellenmarkt bewerben. Gerade Bewerber mit einer Familie werden diesen Benefit zu schätzen wissen.

Fazit

Home Office bringt viele Vorteile, ist aber nicht für jeden etwas. Die Arbeit außerhalb des gewohnten Büros erfordert viel Disziplin. Das Motto lautet: Probieren geht über Studieren. Probiere es einfach gemeinsam mit dem Chef aus. Falls es dir gefällt, kannst du den Home-Office-Anteil sukzessive steigern. Arbeitest du erstmal 100% im Home Office, bist du auch nicht mehr an den Ort „Home Office“ gebunden und kannst theoretisch von überall auf der Welt arbeiten – vorausgesetzt, die Zeitzonen sind kompatibel.

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