Bezahlen via NFC

Bargeldlos und mobil bezahlen

Wer mobil und flexibel arbeitet, muss auch bzgl. Zahlungen mobil und flexibel sein. Den Überweisungsträger in der Hausbank abzuliefern, ist in dem Bereich nicht mehr nur outdated, sondern auch einfach nicht mehr machbar. Als Mobile Worker sollte man sich darauf vorbereiten, in der Online- und Offline-Welt mobil bezahlen zu können.

„Mit der Karte bitte“

Früher etwas für den Fall, wenn man nicht genug Bargeld dabei hatte, heute eher der Normalfall in der jungen Generation: Die Zahlung mit der EC-Karte bzw. Girocard. Kaufst du nicht gerade im Tante-Emma-Laden oder beim kleinen Bäcker auf dem ländlichen Dorf ein, ist eine Zahlung mit der Girocard i.d.R. immer möglich. Meine Erfahrung ist, dass die Zahlung mit der Karte in der Stadt eher akzeptiert wird und in ländlichen Gegenden doch noch eher die Barzahlung etabliert ist. Versucht man beim Bäcker auf dem Land die Brötchen für 3,50€ mit der Karte zu zahlen, erntet man dafür teilweise verwirrte Blicke.

NFC

NFC steht für „Near Field Communication“ und ist ein Standard, um über kurze Strecken Daten zu übertragen. Viele neue Kreditkarten und Girocards unterstützen diesen Standard. Ob deine Karte den NFC-Standard unterstützt, erkennst du an den auf der Karte abgedruckten Funkwellen. Die NFC-Funktionalität ermöglicht dir die kontaktlose Zahlung an vielen Bezahlterminals, an denen du bisher Kartenzahlungen durchgeführt hast. Einfach die Karte auflegen und schon wird die Zahlung ausgeführt. Für Beträge bis 25€ ist keine Eingabe der PIN notwendig. Ab 25€ musst du im Anschluss deine PIN eingeben. Gerade bei vielen kleineren Einkäufen spart dir die Nutzung von NFC und die wegfallende PIN-Eingabe viel Zeit. Es gibt natürlich auch Sicherheitsbedenken, auf die im Artikel von bezahlen.de gut eingangen wird.

Google Pay

Google Pay ist die App von Google, um online und offline bezahlen zu können. Sie kann über den Google Play Store heruntergeladen und einfach eingerichtet werden. Es wird lediglich ein Android-Smartphone benötigt, das einen eingebauten NFC-Chip hat.

Als Zahlungsmittel können Kreditkarten einer Hand voll Anbieter (z.B. N26 und comdirect) hinterlegt werden. Die Auswahl ist zurzeit noch beschränkt, da die Banken die Teilnahme an Google Pay freigeben müssen. Girocards können leider nicht direkt hinterlegt werden, sodass die Nutzung von Google Pay für viele Personen noch nicht infrage kommt. Es gibt jedoch einen Trick, um dennoch dein Girokonto mit Google Pay zu verbinden: Google Pay bietet die Möglichkeit PayPal als Zahlungsquelle einzubinden. In PayPal kannst du wie gewohnt dein eigenes Bankkonto als Zahlungsquelle hinterlegen. Wichtig zu wissen ist noch, dass dein PayPal-Guthaben primär für Zahlungen verwendet wird. Erst, wenn dies ausgeschöpft ist, wird das von dir hinterlegte Bankkonto belastet.

Die Nutzung einer App für die kontaktlose Bezahlung klingt erst einmal danach, dass eine Internetverbindung bestehen muss. Tatsächlich benötigt Google Pay eine aktive Internetverbindung. Die App hält jedoch einige der für Zahlungen benötigten Schlüssel offline „auf Halde“, um auch ohne Internetverbindung eine Zahlung durchführen zu können. Du kannst also eine gewisse Anzahl an Zahlungen auch offline durchführen, bis die gespeicherten Schlüssel aufgebraucht sind.

Eine nette Zusatzfunktion ist, dass neben den genannten Kreditkarten auch Kundenkarten und Geschenkgutscheine in der App hinterlegt werden können. Falls du z.B. Payback nutzt, kannst du deine Payback-Karte ebenfalls in Google Pay hinterlegen, sodass du diese nicht mehr physisch im Portemonnaie mitführen musst. Ebenso kannst du den zum Geburtstag erhaltenen IKEA- oder Mediamarkt-Gutschein hinterlegen und damit bezahlen. Es kommt ja immer mal wieder vor, dass man im IKEA landet und einem dann einfällt, dass man leider den Gutschein hat zu Hause liegen lassen. Das Smartphone hat man mit eine hohen Wahrscheinlichkeit jedoch dabei.

Nachdem du dein papierloses Büro eingerichtet hast, kannst du also mithilfe von Google Pay ein kartenloses Portemonnaie umsetzen.

Für Apple-Nutzer gibt es ein ähnliches Angebot namens Apple Pay. Das funktioniert ähnlich, jedoch habe ich es noch nicht getestet.

Fazit

Gefühlt hat es sich in Deutschland immer noch nicht etabliert, elektronisch zu zahlen. Es schwirren vermutlich immer noch Sicherheitsbedenken in den Köpfen der Deutschen. In anderen Ländern wie z.B. den USA gehört die Zahlung via Kreditkarte zum Alltag. Während unseres Aufenthaltes in Kalifornien konnten wir beobachten, dass man teilweise sogar seltsam angeschaut wird, wenn man etwas bar bezahlen möchte und gefühlt 2 Minuten nach den passenden Geldmünzen sucht. Die Zahlung via Kreditkarte war auch für kleinere Beiträge die einfachste und bequemste Zahlungsart.

Insgesamt lässt es sich in Deutschland aber gut elektronisch bezahlen. Ich nutze es möglichst oft und probiere auch gerne neue Dinge (wie z.B. Google Pay) aus. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass nicht immer die Nutzung der NFC-Funktion möglich ist. Teilweise werden veraltete Kartenzahlungs-Terminals eingesetzt, die die NFC-Technologie noch nicht unterstützen. Auch die Zahlung via Kreditkarte ist oft nicht möglich. Das hängt vermutlich jedoch mit den höheren Kosten zusammen, die für den Händler bei der Durchführung von Kreditkartenzahlungen anfallen. Es bietet sich somit an, als Fallback immer eine traditionelle Girocard und/oder Bargeld dabei zu haben.

Zum Thema Sicherheit gibt es noch folgende, tolle Funktion: Durch die sehr zuverlässigen und schnellen Push-Benachrichtigungen von N26 und Google Pay wirst du auch direkt über durchgeführte Zahlungen informiert. Einen eventuellen Betrug kannst du somit schnell erkannen und melden. Das ist ein super Feature, wenn man bedenkt, dass es bei klassischen Kreditkarten teilweise 2-3 Tage dauert, bis eine Kreditkartenzahlung in deiner Transaktionsliste auftaucht.

Zusammenfassend ist es als Mobile Worker sehr gut, mobil und elektronisch zahlen zu können. Einmal eingerichtet, steht der weltweiten Nutzung der Zahlungsmittel nichts mehr im Wege. Durch die neuen Technologien hat man auch immer einen genauen Überblick über durchgeführte Buchungen und die allgemeine finanzielle Lage.

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